Baumschutz ist Klimaschutz

"... Die Farbe Grün ist mehr als nur eine Zierde für die Städte. Grünräume sind lebenswichtig. Das Stadtgrün ist zu einem Standortfaktor in der Konkurrenz der Metropolen geworden. Um Familien in den Innenstädten zu halten, reichen attraktive Wohnangebote nicht aus. Grün- und Erholungsräume, Spiel- und Sportstätten sind unverzichtbare Elemente der lebenswerten Stadt. Die so häufig geforderte Nachhaltigkeit im Städtebau beruht vor allem auf dem Stadtgrün. Vor dem Hintergrund des Klimawandels erhält die Pflege des städtischen Grüns als Beitrag zum Klimaschutz eine besondere Dringlichkeit. Freiflächen zu erhalten, bedeutet die Stadt von Schadstoffen zu entlasten. Grünflächen regulieren die städtischen Temperaturen, Vegetation und unversiegelte Böden wirken als Schadstofffilter. ... "Urbanes Grün" ist schließlich auch das Grün, das wir im Alltag nur flüchtig wahrnehmen.  In der gesamten Stadt wirken die Bäume auf die Reinheit der Luft ein; sie gliedern Straßen und Plätze und beleben das Stadtbild ..." Zitat aus: www.die-gruene-stadt.de

Einst hatte fast jede Gemeinde eine Baumschutzsatzung. Aber in den letzten Jahren wurden sie fast überall abgeschafft, so auch 2005 in Bergisch Gladbach. Seitdem kann man allerorts Baumfällungen bis hin zu Kahlschlägen im Wald, an Straßenrändern und Gärten beobachten - ohne jede Ersatzpflanzung. In der Bevölkerung regt sich langsam Widerstand. Hier einige Beispiele der letzten Jahre:

Herrenstrunden, Bergisch Gladbach: Ein ganzer Hang wurde komplett abgeholzt. Um der Sicherungspflicht zu genügen, hätte das Fällen von nur sieben Bäumen ausgereicht.

Ferrenberg, Overath: Die Bürgerinitiative "Bäume dich auf" verhindert das Abholzen eines Wälchens für mehr Bauland.

Altenberg, Odenthal: Am Altenberger Dom sollten ca. 300 Bäume gefällt werden um "Sichtachsen" zu schaffen. Mit Hilfe der Regionale 2010 sollte das gesamte Umfeld aufwendig umgestaltet werden. Die Bürger beendeten die Pläne bei der Kommunalwahl mit der Wahl eines neuen Bürgermeisters.

Frankenforst, Bergisch Gladbach: Eine seit Jahren leerstehende Siedlung mit 11 Wohnungen wird abgerissen und soll Neubauten mit insgesamt 27 Wohneinheiten weichen. Um Platz für eine U-förmige Straße und KFZ-Abstellplätzen zu schaffen, sollten entlang der Straßenbahnlinie ca. 30 Buchen gefällt werden. Ein massiver Eingriff, der den parkartigen Charakter von Frankenforst nachhaltig verändert hätte. Eine Bürgerinitiative konnten die Investoren zum Einlenken bewegen. Kleine Veränderungen in der Planung (Stickstraßen statt U-förmige Straße durch das Siedlungsgebiet) machen es möglich, dass die Bäume stehen bleiben können.

Spich: Auch im benachbarten Rhein-Sieg-Kreis kämpfte eine Bürgerininitiative gegen eine Gewerbestraße durch ein Wäldchen nahe der Wahner Heide. Das Wäldchen schirmt Wohngebiete vom Gewerbegebiet ab und ist gleichzeitig Lebensraum für seltene Tiere - leider vergebens.

Stadtmitte Bergisch Gladach: Mit Hilfe der Regionale 2010 sollen die Fußgängerzone, die Grünflächen und die Öffnung der Strunde neu gestaltet werden. Auch hier sollen "Sichtachsen" geschaffen werden. Bäume werden auf öffentlichen Flächen reduziert und "sollen" auf privaten Flächen neu gepflanzt werden. Leider kann man die privaten Eigentümer nicht dazu verpflichten. Hier sind die Bürger gefordert, konstruktiv mit zu arbeiten und Fehlplanungen zu verhindern.

Dieser Artikel erschien am 23.10.2009 im Kölner Stadtanzeiger:

Fussgängerzone

BUND kritisiert Pläne

Von Stefan Kunze, 23.10.09, 17:13h

Der Bund für Umwelt und Naturschutz hat die Pläne für Umgestaltung der Gladbacher Innenstadt stark kritisiert. Die Naturschützer fordern, mehr Bäume in der Innenstadt stehen zu lassen.

Schönes, neues Bergisch Gladbach? So soll die Fußgängerzone in Zukunft aussehen. Grafik: Stadt

Bergisch Gladbach - Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Bergisch Gladbach kritisiert die Pläne für eine Umgestaltung der Innenstadt. Nach Meinung von Klaus-Peter Günzel von der Kreisgruppe Rhein-Berg sollen nur sieben Bäume sollen in der Fußgängerzone zwischen Konrad-Adenauer-Platz und der Rhein-Berg-Galerie stehen bleiben - das sind zu wenig nach seinem Geschmack. „Wo bleibt die Nachhaltigkeit, wenn alle 30, 40 Jahre die Erkenntnis reift, dass die alte Planung nicht mehr zeitgemäß ist? Bürger und die Naturschutzverbände BUND und RBN werden die weitere Planung aufmerksam beobachten“, erklärte er.

Pflaster wird erneuert

Das Pflaster der Fußgängerzone beschäftigt schon länger die Stadtplaner. Nachdem eine Frau auf den schadhaften Steinen gestürzt war und sich verletzt hatte, verklagte sie die Stadt. Nach einem Vergleich erhielt sie Schadenersatz. Die Versicherung der Stadt erklärte, dass das Pflaster geändert werden müsse. Seitdem bessert die Stadt schadhafte Stellen regelmäßig aus.

Mit Mitteln aus der Regionale 2010 soll die Fußgängerzone komplett neu gestaltet werden. Fünf Millionen Euro Kosten sind angesetzt. Die Regionale übernimmt rund 70 Prozent der Kosten. Das Problem. Bergisch Gladbach ist de facto im Nothaushalt, das Geld für den Eigenanteil ist nur schwer aufzubringen.



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