16. November 2017

Apfelbaum-Setzen und Heckenrückschnitt in der Novemberfrische

Pflegeaktion auf der Streuobstwiese

Am 15.11.2017 führten wir auf unserer Wiese im Scherfbachtal eine grössere Pflegeaktion durch. Die schöne, artenreiche Hecke ist über die Jahre wieder stark gewachsen und umfasst sogar einige Obstbäume. Sie wurde daher an einer Stelle erneut auf den Stock gesetzt. Zwei Apfelbaum-Nachpflanzungen schliessen zudem Lücken im Bestand.

Schüler*innen der Stufe 9 des Gymnasiums Odenthal unterstützten die Aktion als Praxisteil ihres Naturwissenschaften Differenzierungskurses und ermöglichten eine Dokumentation der Aktion aus der Luft. Das Setzen von Winterglockenapfel und „Prinz Albrecht von Preußen“ unter der fachkundigen Anleitung durch Hartmut Brückner vom Bergischen Streuobstwiesenverein war ein kleines Highlight der Veranstaltung. Vor dem Rückweg zur Schule erfolgte eine Verköstigung des Bergischen Streuobstwiesen-Apfelsafts. Auch wenn die Apfelernte dieses Jahr schlecht ausgefallen war: der Saft erwies sich als sehr schmackhaft.

Hartmut Brückner zeigte abschliessend in kleiner Runde exemplarisch, wie Obstbäume erzogen werden und half bei einer allgemeinen Zustandsanalyse. Aufgrund der Nordhanglage lautet die Empfehlung unter anderem einen regelmässigeren Rückschnitt der die Wiese beschattenden Hecke durchzuführen. Wenn mehr Luft zirkulieren kann, können die Bäume schneller trocknen, was das Risiko eines Pilzbefalls reduziert. Für die mehrphasige Heckenpflege soll demnächst ein kleiner Rotationsplan entwickelt werden.

Wie geht es weiter? Im Dezember werden die Reste der Aktion beseitigt und voraussichtlich im Januar unter Mithilfe des Bergischen Streuobstwiesenvereins einige Obstbäume geschnitten.

Streuobstwiesen im Blick des BUND NRW

Links zu Streuobstwiesen-Seiten auf dem Internetportal des BUND NRW:

Streuobstwiesen: Kostbares Kulturgut und wertvoller Lebensraum
(u.a. mit Obstsortenempfehlungen und weiteren Tipps)

BUND fordert besseren gesetzlichen Schutz für Obstwiesen (02. Dez. 2016)
Streuobstwiesen benötigen gesetzlichen Schutz - die Regelungen des neuen NRW-Landesnaturschutzgesetzes sind unzureichend, um die heimischen Obstwiesen wirksam zu schützen.

9. August 2017

Rückzugsraum zwischen Obstbäumen

Späte Mahd erhält Wiesenblüte

Am 09.08.2017 gab es mit dem BUND-Landesvorsitzenden Holger Sticht einen Ortstermin auf unserer Streuobstwiese mit alten und zum Teil selten gewordenen Sorten. Unsere Wiese präsentierte sich dieses Mal als kleines Idyll. Aufgrund des späten Mahdtermins hob sich der hochsommerliche Blühaspekt weithin sichtbar von den umliegenden, bereits gemähten Wiesen ab. Diese zeitliche Staffelung der Mahd auf unterschiedlichen Wiesenparzellen macht ökologisch Sinn: So bleiben Rückzugsräume für Tiere, bis die umliegenden Wiesen wieder nachgewachsen sind.

An den Apfelbäumen kündigt sich die Ernte an. Doch stehen hier nicht nur Apfelbäume, sondern auch Birnen, Kirschen und Walnüsse. Aber auch ein Idyll will gepflegt werden. Wer Lust hat, in diesem Refugium aktiv zu werden, darf uns gerne ansprechen.

Streuobstwiese im Scherfbachtal

Seit 1988 pflegen wir eine Streuobstwiese im Scherfbachtal in Odenthal-Voiswinkel. Sie liegt an einem Nordhang umgeben von Weideland an der Wiebershausener Straße/Höffer Weg.
Wie man heute weiß, haben Obstwiesen einen hohen ökologischen Wert. Sie sind Lebensraum vieler Arten von Pflanzen und Tieren. Auf einer Streuobstwiese werden vor allem hochstämmige, alte einheimische Obstsorten angebaut. Darunter kann sich eine Vielfalt von Wiesenpflanzen entfalten. Unsere Streuobstwiese ist zudem mit einer natürlichen Hecke umgeben. Hochstämmige Obstbäume haben eine längere Lebensdauer. Im Stamm alter Obstbäume entstehen Baumhöhlen, die als natürliche Unterkunft vieler Vogelarten und kleinen Säugetieren, wie Siebenschläfer, Eichhörnchen und Fledermäusen dienen.
Jahrhunderte lang prägten Streuobstwiesen unsere Kulturlandschaft. Sie lieferten Obst und dienten als Bienenweide für den wertvollen Honig. Außerdem hatte man Weideland für das Vieh bzw. Mähwiese zum Heu machen. Leider rentiert sich diese Art der Landnutzung heutzutage nicht mehr. Einst wurden die Obstwiesen mit EG-Rodungsprämien abgeholzt um moderne Anbaumethoden zu fördern. Heute gibt es Gelder um die Wiesen zu schützen.
Die Pflege von Streuobstbäumen (Hochstamm) ist sehr arbeitsintensiv - Anpflanzen, Erziehungsschnitte, Pflegeschnitte, Ernten und Vermarkten - sie rentieren sich leider nicht mehr für den gewerblichen Anbau. Deshalb haben es sich die Naturschützer zu Aufgabe gemacht, neue Streuobstwiesen anzulegen und alte zu erhalten. 



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Samstag 10 - 14 Uhr

Heideportal Turmhof
Kammerbroich 67
51503 Rösrath

Tel.: 02205 - 9478284

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