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BUND Kreisgruppe Rheinisch-Bergischer Kreis

Klimastreik in Bergisch Gladbach

21. September 2019 | Energiewende, Klimawandel

Bergisch Gladbach – Rund 500 Teilnehmer hatte man erwartet, etwa 4.000 sind laut Veranstalter zum globalen Klimastreik nach Bergisch Gladbach gekommen. „Es war überwältigend“, sagt Ron Woydowski von den Klima Freunden Rhein Berg. Oder um es mit den Worten eines der jüngsten Teilnehmer zu sagen: „Das war eine schrecklich aufregende Party!“

 (Sabine Maus-Rommerskirchen)

Unter dem Motto „Global denken – lokal handeln“ hatten die Klima Freunde zusammen mit dem BUND Kreisgruppe Rheinisch Bergischer Kreis, den örtlichen Fridays for Future und dem ADFC RheinBerg-Oberberg e.V. die Veranstaltung auf die Beine gestellt. Gegen 10 Uhr strömten die Menschen auf den Konrad-Adenauer-Platz, wo eine Bühne bereitgestellt worden war. „Our House is on fire“ - unser Zuhause brennt - stellte hier ein großes Transparent den Sinn der Versammlung auf eindringliche Weise klar. Die Veranstalter staunten, als immer mehr Menschen auf dem Platz zusammenkamen. Mit einer so regen Beteiligung hatte schon aufgrund der Nähe zu Köln niemand gerechnet. „Größte Demo, die GL je gesehen hat!“ schwärmte Woydowski. Der BUND beteiligte sich mit einem Infostand, an dem Material zu den Themen Klimaschutz, Nachhaltigkeit und Plastikvermeidung zur Verfügung stand. Vieles davon war schon nach kurzer Zeit vergriffen. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club ADFC informierte mit einem Stand über die Emanzipation des Radfahrens gegenüber dem dominanten Autoverkehr. Ganz in diesem Sinne nahmen der ökologische Verkehrsclub Deutschland VCD und Bündnis 90/Die Grünen Bergisch Gladbach Parkplätze vor dem Rathaus mit einer grünen Wiese in Beschlag. Ron Woydowski und Stefan Häusler von den Klima Freunden begrüßten die Menschen und startet den Demonstrationszug durch die Innenstadt von Bergisch Gladbach. Vorneweg marschierten die Fridays for Future und alle Schüler und Schulklassen, die teilweise in ganzen Klassenverbänden mit ihren Lehrer*innen gekommen waren. 20 Schulen hatten ihre Teilnahme im Rahmen von „Bildungsexkursionen“ schon im Vorfeld angekündigt. Das hintere Drittel aber bestand aus Erwachsenen, die an diesem besonderen Tag ebenfalls aufgefordert waren, sich am globalen Klimastreik zu beteiligen. Weltweit hatte Fridays for Future dazu aufgerufen, am 20. September zu einem globalen Klimastreik auf die Straße zu gehen, und zwar unter dem Motto „All in“ – Alle fürs Klima. Denn die größte Herausforderung, vor der die Menschheit je gestanden hat, kann nicht allein von jenen gemeistert werden, die nicht einmal alt genug sind, um wählen zu dürfen.

Es dauerte eine ganze Weile, bis der gesamte Demonstrationszug an denen vorübergezogen war, die aus ihren Geschäften und Wohnungen gekommen waren, um zuzusehen. Der Verkehr lag zeitweilig lahm, die Polizei sicherte alles ab. Es blieb absolut friedlich, die Stimmung bei den Teilnehmenden war ernst und entschlossen, aber voller positiver Energie. Nach gut zwei Stunden kamen die Demonstrierenden wieder auf dem Konrad-Adenauer-Platz an, wo ein Bühnenprogramm aus Musik und Redebeiträgen auf sie wartete. Eindringlich und fordernd wurde hier gesprochen, sowohl von Vertretern der Fridays for Future-Bewegung als auch der Erwachsenengeneration, darunter die bekannte Rösrather Künstlerin Mary Bauermeister. Sogar ein „Außerirdischer“ mischte sich ein in Gestalt von „Superman“, um uns zu warnen, denn seine Spezies zerstörte ihren Heimatplaneten und damit sich selbst. Forderungen an die Politik und die Stadt wurden erhoben, darunter auch, endlich den Klimanotstand in Bergisch Gladbach auszurufen. Bei einer Ratssitzung im September hatte Bergisch Gladbach zwar ein Klimakonzept beschlossen, die Entscheidung über den Klimanotstand jedoch vertagt.

Inzwischen erreichten auch die Informationen aus dem Rest der Welt die Veranstalter und die Demonstrierenden: 1,4 Millionen Menschen waren bundesweit auf der Straße, darunter 70.000 in Köln, 100.000 in Hamburg, 40.000 in München und 270.000 in Berlin. Weltweit beteiligten sich Millionen Menschen, von Edinburgh bis ins südafrikanische Johannesburg, von Athen über die indische Hauptstadt Delhi bis Sydney in Australien. Sogar in Afghanistan gingen mutige junge Menschen auf die Straße.

In New York, wo die Klimaaktivistin Greta Thunberg ihre Beteiligung und eine Rede angekündigt hatte, erhielten 1,1 Millionen Schüler von 1800 Schulen die Erlaubnis, für die Teilnahme an der Demonstration am Freitag dem Unterricht fernzubleiben. Der globale Klimastreik vom 20. September 2019 war ein Riesenerfolg für die Bewegung, weltweit und auch in Bergisch Gladbach. „Hier wurde Zeitgeschichte geschrieben“, so Frank Samirae von den Klima Freunden. Zugleich war und ist die Enttäuschung über die Beschlüsse des Klimakabinetts, das seine Ergebnisse nach sechs Monaten Arbeit und 19 Stunden Verhandlungen am Nachmittag des Streiktages vorstellte, riesengroß. Eines wurde dadurch klar: die Proteste müssen weitergehen.

Sabine Maus-Rommerskirchen, BUND Kreisgruppe Rheinisch-Bergischer Kreis

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